CURRENT #3 - LUFT (2025)

Als unsichtbares, aber allgegenwärtiges Element prägt Luft das Leben und die Umwelt. Sie transportiert Geräusche und Gerüche, treibt Winde an und ist die absolute Grundlage allen Lebens. Genau hier setzte die dritte Festivalausgabe von CURRENT – KUNST UND URBANER RAUM an: Mit dem Thema „Luft“ untersuchten Künstler*innen, wie Luft die Stadt Stuttgart durchströmt, und machten sie mit Installationen, Interventionen, Performances und Walks an verschiedensten Orten vom Pragsattel über den Hauptbahnhof und Marienplatz bis nach Stuttgart Ost und Degerloch erlebbar. In drei Schwerpunkten widmete sich das Festival Luft als Gemeingut, ihrer materiellen Qualität sowie dem Einfluss des Autos auf die Stadt.

In Zeiten von Luftverschmutzung, Klimakrise und Pandemien ist Luft in den sozialen und politischen Fokus gerückt und wirft dringende Fragen nach Lebensqualität, sozialer Gerechtigkeit und gemeinsamer Verantwortung auf. Das Festival ging dabei zentralen Fragen nach: Wem gehört die Luft, wer verantwortet ihre Qualität, und wie beeinflusst sie unser körperliches Wohlbefinden? Wie wird Luft wahrgenommen, wenn sie als Material bewusst gestaltet oder manipuliert wird? Inwiefern sind das Auto und die Luftqualität als Trägermedien sozialer Ungleichheit verknüpft, und schafft die Mobilitätswende Raum für eine gerechtere, inklusivere Stadtgestaltung?

Weitere Projekte

„LUFT“ ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt das sich mit der unsichtbaren Ressource Luft und ihrer Bedeutung für das urbane Leben auseinandersetzt. Gemeinsam mit internationalen Künstler*innen sowie jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren untersucht das Vorhaben, wie Luft als kollektives Gut die Stadt Stuttgart und ihre Bewohner*innen verbindet und prägt: körperlich, politisch, ökologisch, sozial, materiell und poetisch. Künstlerische Arbeiten, Workshops und Begegnungen machen das Unsichtbare erfahrbar und eröffnen neue Perspektiven auf den urbanen Raum. 

Driving, Dreaming, Drifting untersucht den Einfluss des Automobils auf Umwelt, Mobilität und urbane Räume sowie auf gesellschaftliche Machtstrukturen. Das Projekt hinterfragt Vorstellungen des öffentlichen Raums, die häufig von Kontrolle, Ausschluss und Hierarchien geprägt sind. Das Auto fungiert dabei als Symbol für Besitz, Individualisierung und Dominanz.

Was macht eine zeitgemäße Kunst im öffentlichen Raum aus? Und welche Strukturen braucht eine Kunstpraxis, die stark inter- und transdisziplinär agiert? Im Auftrag des Kulturamts Stuttgart brachte CURRENT Künstlerinnen, Kuratorinnen und die Stadtverwaltung zusammen, um gemeinsam die Weichen für ein neues Stuttgarter Programm für Kunst im öffentlichen Raum zu stellen.