CURRENT x FTTS

Was passiert, wenn Körper und Atem auf historische Infrstruktur treffen? Für die dritte Festivalausgabe von CURRENT unter dem Leitthema "Luft" entwickelte das Festival-Team gemeinsam mit der Freien Tanz- und Theaterszene Stuttgart gUG (FTTS) einen Open Call für Akteur*innen der lokalen Freien Darstellenden Künste. Gesucht wurden interdisziplinäre Neuproduktionen von bis zu 40 Minuten, die das Element Luft in seinen urbanen, historischen und gesellschaftlichen Dimensionen erforschen.

Die tiefen unterirdischen Bogen- und Säulenhallen eine ehemligen Wasserspeichers dienten dabei als aktiver Resonanzraum für Körper, Bewegung, Licht und Klang. Aus den Einreichungen wählten das kuratorische Team von CURRENT und Vertreter*inn der FTTS gUG zwei Arbeiten aus, die dank der Unterstützung der FTTS realisiert wurden.

In Exspiration erforschten Donya Ahmadifar, Bobby Sayyar, Jens Kuhlmann und Nam Nguyen The im Zusammenspiel von Tanz, Klang, Sprache und Licht  den Atem als Spiegel innerer Zustände. Dabei nutzten sie die akustischen und atmosphärischen architektonischen Gegebenheiten des Ortes. Mit Der letzte Atemzug / El último respiro verwandelte das Citizen.KANE.Kollektiv gemeinsam mit mallorquinischen Schauspielerin Maite Román den Ort in eine immersive Klang- und Erzählwelt, gewidmet dem verunglückten Umweltaktivisten Fernando Garfella Palmer. Beide Arbeiten bildeten eindrückliche Highlights im Festivalprogramm.

Weitere Projekte

Luft – Als unsichtbares, doch essenzielles Element prägt Luft unsere Umwelt. Die dritte Ausgabe widmete sich dem Thema „Luft“.  Künstler*innen untersuchten wie Luft die Stadt Stuttgart durchströmt und machten sie mit Installationen, Interventionen, Performances und Walks an verschiedensten Orten erlebbar. In drei Schwerpunkten widmete sich das Festival Luft als Gemeingut, ihrer materiellen Qualität sowie dem Einfluss des Autos auf die Stadt.

„LUFT“ ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt das sich mit der unsichtbaren Ressource Luft und ihrer Bedeutung für das urbane Leben auseinandersetzt. Gemeinsam mit internationalen Künstler*innen sowie jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren untersucht das Vorhaben, wie Luft als kollektives Gut die Stadt Stuttgart und ihre Bewohner*innen verbindet und prägt: körperlich, politisch, ökologisch, sozial, materiell und poetisch. Künstlerische Arbeiten, Workshops und Begegnungen machen das Unsichtbare erfahrbar und eröffnen neue Perspektiven auf den urbanen Raum. 

Driving, Dreaming, Drifting untersucht den Einfluss des Automobils auf Umwelt, Mobilität und urbane Räume sowie auf gesellschaftliche Machtstrukturen. Das Projekt hinterfragt Vorstellungen des öffentlichen Raums, die häufig von Kontrolle, Ausschluss und Hierarchien geprägt sind. Das Auto fungiert dabei als Symbol für Besitz, Individualisierung und Dominanz.

Was macht eine zeitgemäße Kunst im öffentlichen Raum aus? Und welche Strukturen braucht eine Kunstpraxis, die stark inter- und transdisziplinär agiert? Im Auftrag des Kulturamts Stuttgart brachte CURRENT Künstlerinnen, Kuratorinnen und die Stadtverwaltung zusammen, um gemeinsam die Weichen für ein neues Stuttgarter Programm für Kunst im öffentlichen Raum zu stellen.