Luft (2025 - 2027)

In einem auf drei Jahre angelegten Projekt untersuchen internationale Künstler*innen gemeinsam die unsichtbare Ressource Luft und ihre sozialen, ökologischen und kulturellen Bedeutungen. Im Zentrum steht die Frage, wie Luft als kollektives Gut die Stadt und ihre Bewohner*innen verbindet und prägt – körperlich, politisch, materiell und poetisch. Das Projekt findet in Stuttgart statt und richtet sich an junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, die besonders von den Folgen der Klimakrise betroffen sind und ihre Zukunft aktiv mitgestalten wollen.

Luft ist die flüchtigste und zugleich existenziellste Ressource unseres Lebens: unsichtbar, allgegenwärtig und ständig in Bewegung. Sie ist politischer Raum, Informationsträgerin und Gradmesserin globaler Gerechtigkeit. In der topografischen Kessellage Stuttgarts verdichten sich Fragen von Luftqualität und Stadtklima zu einer lokalen Dringlichkeit, während die Klimakrise die Atmosphäre weltweit zum Schauplatz von Verteilungskonflikten macht.

In künstlerischen Arbeiten, Workshops und Aktionen untersuchen Künstler*innen gemeinsam mit jungen Menschen, wie Luft Stuttgart durchströmt und welche sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Fragen damit verbunden sind.

Eine Ausstellung im Jahr 2027 wird die Prozesse und Ergebnisse der unterschiedlichen künstlerischen Projekte sichtbar machen.

Konzipiert von CURRENT in Kooperation mit Dreaming in Women* sowie den Künstler*innen Anna Gohmert, Eloïse Bonneviot & Anne de Boer, Sylvia Winkler & Stephan Köperl, Mizi Lee & Seonha Park, Love Ssega und Raul Walch. 

Das Projekt wird gefördert von Kulturkessel, einer Initiative des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft ermöglicht durch Mercedes Benz. 

Weitere Themen

Driving, Dreaming, Drifting untersucht den Einfluss des Automobils auf Umwelt, Mobilität und urbane Räume sowie auf gesellschaftliche Machtstrukturen. Das Projekt hinterfragt Vorstellungen von öffentlichem Raum, die häufig von Kontrolle, Ausschluss und Hierarchien geprägt sind. Das Auto fungiert dabei als Symbol für Besitz, Individualisierung und Dominanz. Aus queer-feministischen Perspektiven entwerfen die beteiligten Künstler*innen alternative Bilder von Mobilität und Möglichkeiten für gerechtere und inklusivere Formen des Zusammenlebens.

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, stark vom Automobil geprägte Orte temporär als kulturelle Diskursräume zu aktivieren und neue Perspektiven auf die Nutzung des Stadtraums zu eröffnen.

Im Anschluss an das Hauptprogramm in Stuttgart erzeugt das Projekt mit weiteren Veranstaltungen Echos und wurde so weitergeführt. Das erste Echo fand im September 2025 in Kooperation mit dem soziokulturellen Zentrum Recyclart in Brüssel statt. Vom 13. Februar bis 25. März 2026 wurden in Barcelona in Kooperation mit Sant Andreu Contemporani Arbeiten von Natalia Domínguez und Paco Ladrón de Guevara präsentiert. Es ist auch eine begleitende Publikation erschienen.

Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, vom Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung und der Landeshauptstadt Stuttgart durch den Bezirk Stuttgart-Mitte. 

Im Auftrag des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart konzipierte und organisierte CURRENT die Auftaktveranstaltung für einen partizipativen Prozess zur Entwicklung eines neuen Programms für Kunst im öffentlichen Raum.

Die Dialogveranstaltung brachte Künstler*innen, Kulturakteur*innen, Kurator*innen sowie Vertreter*innen der Stadtverwaltung zusammen. In Inputvorträgen, Workshops und moderierten Arbeitsgesprächen wurden Erfahrungen, Erwartungen und Perspektiven für eine zeitgemäße Praxis von Kunst im öffentlichen Raum gesammelt und diskutiert.

Die dokumentierten Beiträge und Diskussionen bildeten eine wichtige Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung des neuen Programms Kunst im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Stuttgart, das seit 2023 umgesetzt wird und die Zusammenarbeit mit Künstler*innen sowie die Förderung von Projekten im Stadtraum stärkt.